5 Stunden Fotoflut

Am Sonntag endete in Hannover das Lumix Festival für jungen Fotojournalismus. Leider viel zu spät habe ich die Zeit gefunden, mich von den vielfach empfohlenen Bilderserien beeindrucken zu lassen. So mussten ganze fünf Stunden reichen, um zumindest einen Teil der über 1400 ausgestellten Bilder zu erleben. Es hätten vielleicht sogar sieben Stunden werden können, aber irgendwann ermüden Auge und Hirn, und die Aufmerksamkeit wird den Bildern nicht mehr gerecht.

Auch wenn ich nicht eine einzige annähernd uninteressante Reportage gesehen habe, so sind ein paar Fotostories aus unterschiedlichsten Gründen besonders im Gedächtnis geblieben, welche ich hier mit passenden Weblinks empfehlen möchte.

Bedingt durch meine Vorliebe für Bilder über absurdes urbanes Leben und verfallende Architektur sind dies:

Ein vor allem durch seine intensive Nähe kaum auszuhaltendes Portrait über eine dänische Familie und ihr tumorkrankes Kind:

Natürlich waren auch viele, viele Reportagen über das Leben in anderen Kulturen unter einfachsten oder gewalttätigen Bedingungen zu sehen, unter anderem:

Und schliesslich gab es auch auf dem ersten Blick recht unspektakuläre Serien. Aus reinem Lokalpatriotismus sei einfach mal Folgende erwähnt:

Mein kleines Hannover

Spätestens, wenn ein großer Konzern einen in Mode gekommenen Bildeffekt für seine Werbespots verwendet, weiss man, der Trend ist eigentlich auch schon wieder vorbei. Mir soll’s egal sein. Bilder mit dem Tilt-Shift Effekt können mich oft genug noch immer überraschen. Mit einfachsten Mitteln der Bildbearbeitung wird hierbei eine völlig neue Perspektive vermittelt.

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Platz für Neues?

Am Wochenende ist nun ein weiterer Teil der beliebten Fotokulisse “Conti Limmer” dem Bauprojekt Wasserstadt Limmer gewichen. Ob dadurch wirklich Platz für Neues entstanden ist? Man darf gespannt sein, wie sich die Realisierung des ehrgeizigen Bauvorhabens fortsetzt, gerade in der momentanen Situation. Das Ihme-Zentrum geht in Hannover ja mit schlechtem Beispiel voran.

In Memoriam hier eine Aufnahme, die sich so nun nicht mehr live entdecken lässt, da sie aus eben dem gesprengten Verwaltungsgebäude stammt:

conti_limmer_ii_19

Weitere Fotoserien auf pixelshifter.de hierzu:

Conti Limmer – Teil II

Insgesamt 18 19 neue Aufnahmen zeigen in diesem Beitrag den Charme einer nahezu sich selbst überlassenen Industrieruine: dem ehemaligen Continental Reifenwerk in Hannover-Limmer.

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“Brutalismus”

Neben der in einem anderen Beitrag gezeigten Szene aus der aktuellen Umbauphase des Ihme-Zentrums entstand eine weitere kleine Serie mit typischen Stilmerkmalen dieses architektonischen Kolosses. Im passend mit “Brutalismus” bezeichneten Baustil wurde zwischen 1972 und 1975 ein großflächiges Areal für nahezu 2500 Menschen erbaut. Seither prägt die für die damalige Zeit typische Rohbeton-Bauweise den Ihme-Abschnitt zwischen Schwarzer Bär und Küchengarten, in dem übrigens nach einer Auflage auch das damalige Architektenteam eine eigene Wohnung haben musste. Konsequenterweise wohnte somit auch der damalige Stadtbaurat in einer der über 800 Wohnungen.

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