Das Lichtzelt vom Wochenmarkt

Es kommt nicht allzu oft vor, dass Erdbeeren etwas länger in unserer Küche verweilen dürfen. In der Regel sind sie schnell verspeist. Das Kilo von neulich durfte nur deswegen ein wenig auf der Arbeitsfläche verweilen, da es zweckgebunden für die Verarbeitung zu Marmelade angeschafft wurde.

Vor naschwütigen Blicken geschützt lagen die roten Früchte in einer von Sonne bestrahlten, dünnen, weissen Plastiktüte, so dass das fotografische Auge eigentlich gar nicht anders kann als zu denken:

“Oh, ein Lichtzelt!”

Nach einem schnellen Positionswechsel von der Arbeitsplatte auf den Boden, waren die Erdbeeren dann auch schon in einer für den Fotografen angenehmeren Position gebracht:

Lichtüte

Und dies kommt dabei heraus, wenn man mit wochenmarktüblichen Mitteln eine unerwartet schöne Streuung von knalligem Sonnenlicht erzeugen kann:

Presetpond

Mal ehrlich: immer nur behutsame Bildkorrekturen sind doch auf Dauer langweilig, oder? Ab und an darf es auch etwas mehr sein, um einer Aufnahme einen bestimmten Charakter zu geben. Die vielen Regler der gängigen Bildbearbeitungsprogramme möchten ja schliesslich auch mal benutzt werden. Die Frage ist oft nur, an welchen Reglern muss man schieben, um den gewünschten Effekt zu erreichen?

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Eins aus sieben

Immer wieder entdeckt man im Netz Projekte, in denen jeden Tag im Jahr ein neues Motiv hinzukommt (z.B. hier, hier oder auch hier). Überlegt habe ich bereits eine Weile, ob es vielleicht den Experimentierhorizont erweitert, sich selbst dieser Herausforderung zu stellen jeden Tag etwas Neues entdecken zu müssen.

Da mir die Disziplin hierzu aber fehlt, ist nun eine etwas abgespeckte Form heraus gekommen: “Eins aus sieben”. Ein Foto pro Woche, welches für mich in irgendeiner Form besonders bemerkenswert ist. Hierbei steht nicht immer die fotografisch/kreative Qualität im Vordergrund, sondern oft auch einfach nur das Erlebnis dahinter.

Hier auf der Startseite von pixelshifter.de gibt es eine Vorschau der aktuellsten 4 Aufnahmen. Auf flickr gibt es das komplette Set zu sehen.

flickr_1aus7

Meine erste “Immerdabei”

Wenn man erstmal soweit kommt ständig alles durch ein von Fotografie geprägtes Auge zu sehen, dann ist es meist nur noch einen kleinen Schritt weiter, für den folgenden Satz: “Schade, dass ich jetzt keine Kamera dabei habe!”. Oft höre ich in solchen Fällen ein promptes “Kannst Du Deine Umgebung nicht einfach mal nur geniessen?”. Natürlich kann ich, und im selben Atemzug fährt ab jetzt die Hand zur kleinen Kompaktkamera in meiner Brusttasche …

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5 Stunden Fotoflut

Am Sonntag endete in Hannover das Lumix Festival für jungen Fotojournalismus. Leider viel zu spät habe ich die Zeit gefunden, mich von den vielfach empfohlenen Bilderserien beeindrucken zu lassen. So mussten ganze fünf Stunden reichen, um zumindest einen Teil der über 1400 ausgestellten Bilder zu erleben. Es hätten vielleicht sogar sieben Stunden werden können, aber irgendwann ermüden Auge und Hirn, und die Aufmerksamkeit wird den Bildern nicht mehr gerecht.

Auch wenn ich nicht eine einzige annähernd uninteressante Reportage gesehen habe, so sind ein paar Fotostories aus unterschiedlichsten Gründen besonders im Gedächtnis geblieben, welche ich hier mit passenden Weblinks empfehlen möchte.

Bedingt durch meine Vorliebe für Bilder über absurdes urbanes Leben und verfallende Architektur sind dies:

Ein vor allem durch seine intensive Nähe kaum auszuhaltendes Portrait über eine dänische Familie und ihr tumorkrankes Kind:

Natürlich waren auch viele, viele Reportagen über das Leben in anderen Kulturen unter einfachsten oder gewalttätigen Bedingungen zu sehen, unter anderem:

Und schliesslich gab es auch auf dem ersten Blick recht unspektakuläre Serien. Aus reinem Lokalpatriotismus sei einfach mal Folgende erwähnt: