Aperture 3 … und die langsamen Gesichter

Es mag mutig sein, kurz nach der Veröffentlichung einer aktualisierten Programmversion das Update zu wagen. Doch Aperture 3 versprach einige neue Möglichkeiten, die schon länger auf meiner Wunschliste standen. Und da ich gelegentlich auch mal ungeduldig sein kann, war es am Wochenende Zeit, die kostbare Foto-Library auf die neue Version zu hieven.


Doch auch ich bin vorsichtig genug, um zunächst eine Datensicherung der Bibliothek durchzuführen. In den Foren waren ja, wie eigentlich immer auch bei Neuvorstellungen, bereits einige negative Berichte zu lesen. Insbesondere die Geschwindigkeit ist zuweilen unangenehm aufgefallen.

Durch Puffreis ausgebremst?

Das die Aktualisierung einer mehrere Gigabyte großen Bibliothek auf die neue Version nicht wirklich schnell von statten gehen kann, sollte verständlich sein. Dieser Vorgang wird darüber hinaus durch einen ausreichend langen Fortschrittsbalken angezeigt, währenddessen man natürlich nichts an der Bibliothek oder überhaupt irgendetwas im Programm bewerkstelligen kann.

Nachdem dieser Vorgang durch ist, kann man im ersten Moment allerdings durchaus ein etwas träges Reaktionsvermögen von Aperture beobachten. Dies lies sich in meinem Fall jedoch plausibel durch die “Gesichter” Funktion erklären. Diese bereits aus iPhoto bekannte Funktion ist in Aperture standardmäßig zunächst aktiviert, und analysiert die Bilddaten nach Gesichtsmustern, damit diese später durch den Benutzer mit Namen versehen werden kann. Da die Analyse im Hintergrund geschieht, geht es zwangsläufig zu Lasten des Programmflusses.

Wenn man darüber hinaus noch zur Benennung von Puffreiskügelchen aufgefordert wird, sollte man sich über nichts mehr wundern:

Puffreis

Allerdings ist auch dieser Prozess irgendwann einmal beendet. Entweder abrupt durch den Benutzer, da sich die “Gesichter” Funktion in den Voreinstellungen abschalten lässt, oder durch die Tatsache, das alle Bilder irgendwann mal analysiert wurden.

Was mich jedoch nach wie vor wundert ist die Entscheidung, welche Bilder überhaupt initial analysiert werden. Es schien zumindest bei mir so, dass Aperture einige Bilder automatisch durchscannt, den Großteil allerdings erstmal links liegen lässt. Man wird dann in den entsprechenden Projekten beim Aufruf der Gesichter Funktion zu einer manuellen Zuordnung aufgefordert.

Mir soll das insgesamt recht sein, da ich wohl in näherer Zukunft keinen größeren Nutzen aus der Gesichtserkennung ziehen werde. Spaß hat es aber dennoch gemacht, zu sehen, wie treffsicher Aperture trotz aller Puffreiskügelchen war.

So klappt auch die Bereitstellung der Mediathek

Eher zufällig ist mir eine weitere kleine Ungereimtheit bei der Umstellung auf Aperture 3 aufgefallen. Mein Bildschirmschoner bedient sich aus einem Ordner der von Aperture bereitgestellten Mediathek. Nach dem Update waren jedoch erstmal keine Bilder mehr sichtbar. Auch ein Aufruf der Aperture Mediathek in Programmen wie z.B. iDVD und iMovie zeigte sich ahnungslos. Nachforschungen in verschiedenen Foren ergaben hier teilweise recht umständliche Lösungen.

aperture3_mediathekAus meiner Erfahrung scheint es allerdings eine sehr einfache Lösung zu geben. Ein Aufruf von den standardmäßig verfügbaren intelligenten Alben unter “Mediathek-Alben” veranlasst Aperture wohl Vorschaubilder zu erstellen, die dann automatisch auch wieder die System übergreifende Mediathek bereitstellen. Seitdem sehe ich auch wieder Bilder im Bildschirmschoner.

Meine persönlichen Highlights

Insgesamt hat sich das Update bisher sehr bewährt. Nach ein wenig Einarbeitung kristallisierten sich letztlich ein paar Highlight heraus, die ich in Zukunft nicht mehr missen möchte, und die sicherlich auch hier auf pixelshifter.de noch das ein oder andere Mal Erwähnung finden werden, als da wären z.B.

  • Diashows
  • chromatische Aberationen korrigieren
  • nichtdestruktive Quickbrush Pinsel (für mehr als nur nachbelichten und abwedeln)
  • hohe Geschwindigkeit

2 Meinungen zu “Aperture 3 … und die langsamen Gesichter

  1. Du schreibst über die hohe Geschwindigkeit? Was hast Du denn für einen Mac. Hier auf nem 2Ghz MacBook mit 4GB RAM läuft es trotz abgestellter Gesichtserkennung recht träge. Gerade beim Einsatz von Brushes usw…

    Wie von Dir beschrieben, habe auch ich die Gesichter-Funktion ausgestellt.

  2. Hallo Sebastian,
    es ist mein subjektiver Eindruck, dass bei den herkömmlichen Korrekturen, und hier insbesondere den rechenintensiveren Einstellungen, wie Glanzlichter oder auch Scharfzeichnung, die Anzeigegeschwindigkeit im Vergleich zur Vorversion insgesamt höher ist.
    Die nichtdestruktiven “Quick-Brush-Pinsel” gab es ja so vorher noch nicht.
    Ich verwende einen 3.06 Core 2 Duo iMac ebenfalls mit 4GB.
    Gruß
    Marc

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